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Glossar

Nachtspeicherofen

Nachtspeicheröfen aus der Zeit vor 1984 enthalten häufig Asbest. Warum die Demontage in Fachhände gehört und wie die Entsorgung abläuft.

Nachtspeicheröfen waren in den Sechzigern und Siebzigern die moderne Heizung: nachts Strom zum günstigen Tarif aufnehmen, tagsüber Wärme abgeben. Heute sind sie teuer im Betrieb und beim Ausbau ein Fall für den Fachbetrieb.

Warum sie ein Thema für die Entsorgung sind

Im Inneren stecken Speichersteine, Heizwendel und Dämmung. Bei Geräten, die vor 1984 gebaut wurden, ist diese Dämmung häufig asbesthaltig, dazu kommen asbesthaltige Dichtungen und Isolierplatten. Auch jüngere Geräte enthalten künstliche Mineralfasern, die vor 1996 als krebsverdächtig gelten.

Solange das Gerät geschlossen und in Betrieb ist, geht davon keine Gefahr aus. Kritisch wird der Moment, in dem jemand die Verkleidung abnimmt und die Steine herausträgt.

Was Sie nicht selbst tun sollten

Ein Nachtspeicherofen wiegt je nach Größe zwischen 100 und 400 Kilogramm, das meiste davon Speichersteine. Die Versuchung, ihn zu zerlegen und stückweise wegzubringen, ist groß.

Genau das ist bei asbesthaltigen Geräten verboten. Die Chemikalien-Verbotsverordnung untersagt Arbeiten, bei denen Asbestfasern frei werden können, auch am eigenen Haus. Fachbetriebe arbeiten nach den technischen Regeln TRGS 519, mit Absaugung, Schutzausrüstung und staubdichter Verpackung.

Wie Sie das Baujahr herausfinden

Auf der Rückseite oder Innenseite der Verkleidung sitzt meist ein Typenschild mit Hersteller, Typnummer und Baujahr. Fotografieren Sie es, bevor Sie einen Termin vereinbaren. Fehlt es, hilft das Baujahr des Gebäudes als Anhaltspunkt.

Es gibt Listen der Hersteller darüber, welche Modelle asbesthaltig waren. Ohne belastbare Angabe wird vom ungünstigeren Fall ausgegangen.

Der Ablauf beim Ausbau

  1. Gerät stromlos schalten und vom Elektriker abklemmen lassen.
  2. Arbeitsbereich abschotten, Boden und Zugänge abdecken.
  3. Verkleidung unter Absaugung öffnen, Dämmung und Steine entnehmen.
  4. Asbesthaltige Teile staubdicht verpacken und kennzeichnen.
  5. Getrennter Transport, Abgabe auf zugelassener Deponie.
  6. Metallteile und unbelastete Bauteile in die Verwertung.

Kosten und Nachweise

Abgerechnet wird nach Aufwand und Menge, meist je Gerät. Die Entsorgung asbesthaltiger Bestandteile weisen wir getrennt aus, damit Sie den Posten vor der Beauftragung kennen. Zu den Unterlagen gehören der Begleitschein für den gefährlichen Abfall und die Entsorgungsbestätigung.

Beim Austausch gegen eine neue Heizung wird dieser Nachweis oft für den Förderantrag gebraucht. Mehr dazu im Beitrag Entsorgungsnachweis: wann Sie ihn brauchen, zum Thema Asbest im Beitrag Asbest im Haus erkennen.

Lohnt sich der Austausch überhaupt

Nachtspeicherheizungen verbrauchen viel Strom, weil sie ihn direkt in Wärme umwandeln. Eine Wärmepumpe erzeugt aus derselben Menge Strom ein Mehrfaches an Wärme. Die Betriebskosten unterscheiden sich deutlich.

Dagegen steht der Umbauaufwand: Ohne vorhandenes Wasserverteilnetz müssen Leitungen und Heizflächen neu verlegt werden. Das ist in bewohnten Gebäuden der größere Eingriff und wird meist mit einer ohnehin anstehenden Sanierung verbunden.

Was der Ausbau kostet

Abgerechnet wird nach Aufwand je Gerät, dazu die Entsorgung nach Menge. Bei asbesthaltigen Geräten kommen Abschottung, Absaugung und der Weg zur Deponie hinzu, und dieser Anteil überwiegt schnell.

Sammeln Sie deshalb: Mehrere Geräte an einem Termin sind je Stück günstiger als einzelne Einsätze über Monate verteilt. Die Vorbereitung des Arbeitsbereichs fällt nur einmal an.

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