Glossar
Baumischabfall
Baumischabfall entsteht, wenn Bauabfälle vermischt anfallen. Er ist die teuerste Fraktion auf jeder Baustelle und lässt sich durch sortenreinen Rückbau weitgehend vermeiden.
Baumischabfall ist das, was übrig bleibt, wenn auf einer Baustelle alles in denselben Container wandert: Holz, Kunststoff, Dämmstoff, Metall, Gips und mineralische Reste in einem Haufen. Er ist die teuerste Abfallart im Bauwesen.
Warum er so teuer ist
Sortenreine Fraktionen haben einen Verwertungsweg. Betonbruch wird zu Recyclingschotter, sauberes Altholz zu Spanplatten oder Brennstoff, Metall geht in die Schmelze und bringt sogar Geld zurück.
Baumischabfall dagegen muss in eine Sortieranlage. Dort wird er maschinell und von Hand getrennt, der Rest geht in die Verbrennung oder auf die Deponie. Diese Vorbehandlung schlägt sich im Preis nieder, und je höher der Anteil an Gips, Dämmstoff und Kunststoff, desto teurer wird die Tonne.
Wie er entsteht
Meist nicht aus Nachlässigkeit, sondern aus Platzmangel und Zeitdruck. Auf engen Grundstücken steht nur ein Container, und wer gerade eine Wand herausreißt, wirft alles hinein, was dabei anfällt.
Genau hier liegt der Hebel. Wer im Moment des Herausnehmens entscheidet, in welchen Behälter etwas gehört, spart die spätere Sortierung vollständig. Das kostet Wege, aber keine zusätzliche Anlage.
Was die Verordnung dazu sagt
Die Gewerbeabfallverordnung verlangt bei Bau- und Abbruchabfällen die Getrenntsammlung, soweit sie technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar ist. Wird trotzdem gemischt gesammelt, muss das begründet und die Vorbehandlung in einer geeigneten Anlage belegt werden.
Ein Detail wird dabei oft übersehen: Kosten, die sich durch sortenreinen Rückbau hätten vermeiden lassen, dürfen bei der Prüfung der Zumutbarkeit nicht angeführt werden. Wer erst alles zusammenschiebt, kann sich also nicht auf die teure Nachsortierung berufen.
Wie viel sich vermeiden lässt
In der Praxis lassen sich aus dem, was sonst Baumischabfall wäre, meist vier bis sechs Fraktionen herauslösen. Übrig bleibt ein deutlich kleinerer Rest, der weiterhin als Mischabfall entsorgt wird. Die Gesamtrechnung sinkt trotz der zusätzlichen Container fast immer.
Wie der Ablauf aussieht, steht im Beitrag Rückbau statt Abriss.
Was in der Sortieranlage passiert
Die Ladung wird zunächst grob gesichtet, große Störstoffe kommen mit dem Bagger heraus. Danach läuft das Material über Siebe, Windsichter und Magnetabscheider, den Rest sortieren Menschen von Hand aus.
Herausgeholt werden vor allem Metall, Holz, Kunststoff und mineralische Anteile. Was übrig bleibt, geht als Sortierrest in die Verbrennung. Die Anlagen unterliegen Vorgaben zur Sortierquote, weil sonst die Vorbehandlung nur auf dem Papier stattfände.
Woran Sie den Preisunterschied merken
Baumischabfall wird nach Gewicht abgerechnet, und der Preis je Tonne liegt deutlich über dem für sortenreine Fraktionen. Dazu kommt, dass gemischtes Material schwerer wird, sobald Gips oder feuchte Dämmung dabei sind.
Ein grober Anhalt aus der Praxis: Wer bei einer Entkernung konsequent trennt, verschiebt den größten Teil der Menge in günstige Fraktionen und behält nur einen kleinen Restcontainer als Mischabfall. Genau dieser Unterschied trägt die zusätzliche Arbeitszeit.
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