Ratgeber
Was mit Ihrem Abfall nach der Abholung passiert
Wohin Metall, Holz, Bauschutt und Sperrmüll gehen, nachdem der Container abgefahren ist. Der Weg jeder Fraktion und warum die Sortiertiefe auf Ihrer Rechnung steht.

Warum die Frage nicht akademisch ist
Wer eine Entrümpelung oder einen Rückbau beauftragt, sieht den Container wegfahren und hat das Thema abgeschlossen. Auf der Rechnung steht danach eine Summe, die für viele schwer nachvollziehbar ist.
Sie erklärt sich fast vollständig aus dem, was nach der Abfahrt passiert. Material, das direkt in eine Aufbereitung geht, ist günstig. Material, das erst durch eine Sortieranlage muss, ist teuer. Und Material, das auf einer Deponie endet, ist am teuersten, weil dieser Platz endlich ist.
Metall
Metall wird gewogen, nach Sorten getrennt und an Schmelzwerke geliefert. Stahl, Kupfer, Aluminium und Buntmetalle haben jeweils eigene Preise, Kupfer liegt dabei um ein Vielfaches über Stahl.
Das ist die einzige Fraktion, die Geld einbringt statt zu kosten. Wir wiegen sie getrennt und rechnen den Erlös gegen die Rechnung. Bei Industriedemontagen, alten Heizungsanlagen und Betriebsauflösungen verschiebt das die Endsumme deutlich. Mehr dazu unter Schrott- und Metallentsorgung.
Metall verliert beim Einschmelzen keine Qualität. Ein Stahlträger aus einem Abbruch kann wieder ein Stahlträger werden, und zwar beliebig oft.
Holz
Altholz wird nach der Altholzverordnung in vier Kategorien eingeteilt. A1 ist naturbelassen, A2 verleimt oder lackiert, A3 enthält Halogenverbindungen in der Beschichtung, A4 ist mit Holzschutzmitteln behandelt, etwa Bahnschwellen oder Zaunpfähle aus dem Außenbereich.
A1 und A2 gehen überwiegend in die Spanplattenherstellung, A3 und A4 in Biomassekraftwerke mit entsprechender Rauchgasreinigung. Die Kategorie bestimmt den Preis, und deshalb lohnt es sich, imprägniertes Holz von sauberem zu trennen, statt alles in einen Behälter zu werfen.
Mineralisches
Beton, Ziegel und Fliesen gehen zum Brecher. Daraus entsteht Recyclingschotter für Trag- und Frostschutzschichten im Straßen- und Wegebau.
Voraussetzung ist Sortenreinheit. Gips macht das Produkt unbrauchbar, weil Sulfat den später eingebauten Beton schädigt. Ein einziger Sack Rigips im Container genügt, damit die gesamte Fuhre als Baumischabfall läuft und zur Sortieranlage muss statt zum Brecher.
Sperrmüll und Restfraktion
Sperrmüll wird zerkleinert und sortiert. Metallanteile werden magnetisch abgeschieden, Holz herausgelesen, der Rest geht überwiegend in die thermische Verwertung.
Unbehandelter Hausmüll wird in Deutschland seit dem 1. Juni 2005 nicht mehr deponiert. Er muss vorher behandelt werden, in einer Verbrennungsanlage oder mechanisch-biologisch. Erst der mineralisierte Rest darf abgelagert werden.
Was auf die Deponie geht
Nur, was sich nicht verwerten lässt. Der klarste Fall ist Asbest: Es wird staubdicht verpackt und auf einer Deponie der Klasse I abgelagert, eine Aufbereitung gibt es nicht. Ähnliches gilt für belastete Dämmstoffe und teerhaltige Dachpappe.
Deponieraum ist knapp, und die Preise bilden das ab. Genau deshalb ist jede Tonne, die vorher in eine Verwertung abgezweigt wird, doppelt wirksam.
Was Sie davon haben
Die Sortiertiefe auf der Baustelle entscheidet über die Rechnung. Wer beim Tragen entscheidet, in welchen Behälter etwas gehört, spart die Nachsortierung vollständig. Wer alles zusammenwirft, zahlt für die gesamte Menge den höchsten Satz.
Dokumentiert wird der Weg über Wiegescheine und, bei gefährlichen Abfällen, über das Nachweisverfahren. Wann welcher Nachweis Pflicht ist, steht im Beitrag Entsorgungsnachweis: wann Sie ihn brauchen.
Fazit
Abfall verschwindet nicht, er wechselt die Form. Der größte Hebel liegt nicht in der Anlage am Ende der Kette, sondern in den zehn Sekunden, in denen jemand entscheidet, wo etwas hineinkommt.
Wir stellen die Behälter für die einzelnen Fraktionen und übernehmen das Sortieren auf Wunsch mit. Rufen Sie an unter 08221 – 964 80 36 oder schreiben Sie über das Kontaktformular.
FAQ zum Thema Verwertung
Wie viel von einer Entrümpelung wird tatsächlich verwertet?
Das hängt vollständig an der Trennung. Bei einer sortenrein gesammelten Räumung gehen Metall, Holz, Papier und mineralische Anteile in die Verwertung, übrig bleibt eine kleine Restfraktion. Wird alles gemischt gesammelt, muss die gesamte Menge durch eine Sortieranlage, und die Quote fällt deutlich schlechter aus.
Bekomme ich Geld für mein Altmetall?
Ja. Metall wird gewogen und nach Sorte vergütet, der Erlös wird gegen die Rechnung gerechnet. Bei größeren Mengen können Sie es auch direkt anliefern, siehe Metall-Ankauf.
Warum ist gemischter Abfall so viel teurer?
Weil er vorbehandelt werden muss. Eine Sortieranlage kostet Energie, Technik und Personal, und die Ausbeute ist schlechter als bei sortenrein angeliefertem Material. Diese Kosten stehen in der Tonnenpauschale für Baumischabfall.
Landet am Ende doch alles auf derselben Halde?
Nein. Die Fraktionen nehmen unterschiedliche Wege, und das lässt sich belegen: Wiegescheine weisen Menge und Abfallart je Anlieferung aus, bei gefährlichen Abfällen kommt das Nachweisverfahren dazu.

